Mythos und Rolle
6. KreativWalkshop zur Erforschung der Gestaltungskräfte des Lebens

Foto: Schwarz-See mit Cevedale-Panorama
Seminar-Ort: Martell-Tal, Ortler-Cevedale-Nationalpark, Südtirol, Italien
Quartier: Alpengasthof Zufritt*, Joseph Stieger, www.zufritt.com
Seminar-Kosten: € 520.-, CHF 830.-
Unterbringung und Pension beim Alpengasthof direkt zu bezahlen.
ZUGANG zur UR-NATUR beim BERGWANDERN
Die Bergwelt des Ortler-Cevedale-Nationalparks mit ihren imposanten Gipfeln und Gletschern hebt uns aus dem Alltag und öffnet die Sinne für eine andere Welt. Der Blick aufs eigene Leben und die Wirklichkeit weitet sich. Beim Wandern durch Bergwiesen, Kiefernwälder vorbei an stiebenden Wasserfällen verlangsamt sich der Wettlauf mit der Zeit zur Unmittelbarkeit jedes einzelnen Schrittes. Die hochalpine Natur liefert aber nicht nur gute Gefühle und Motive für Erinnerungsbilder. Die Begegnung geht tiefer.
Die Naturkräfte sind in uns selbst unmittelbar wirkende Lebenskräfte. Sonnen-, Wasser-, Erdkraft, die Kräfte der Mineralien, der Pflanzen sogar der Gämsen in den Felsen und der Adler in den Lüften sind Aspekte unserer ureigenen Lebenskraft. In der ursprünglichen Bergwelt rund ums Martelltal werden sie in uns wieder erfahrbar.
Mit einfachen Ritualen verdichten wir sie zu einer zweiten Lebensachse von Potentialen, die sich fortan jederzeit aktivieren lassen. Sie sind die eigentliche Quelle unserer Leistungsfähigkeit, Motivation und Kreativität. Sie tragen uns durch Krisen und verhelfen unseren Visionen zum Durchbruch.
Die Rituale basieren auf der Kunst des Bridging (TAOB – The Art of Bridging). Sie ist das Ergebnis einer jahrelang in der täglichen Praxis erforschten Synthese heutiger Ressource-Strategien mit dem Erfahrungswissen der alten Schamanen. Dabei hat sich ein neues Verständnis unseres Daseins herauskristallisiert: Wir kreieren unser Dasein im Schnittpunkt horizontal gerichteter Zeitkräfte und unmittelbar – vertikal – wirkender Naturkräfte. Lineare Energie-Konzepte wie Ausgebrannt-Sein, leere Batterien und Auftanken gehören der Vergangenheit an. Genauso wie das Konzept die Ressourcen allein aus unserem psychologischen Inneren generieren zu müssen. Wir finden sie, wenn wir uns auf die Kräfte und Rhythmen der Natur einlassen.
Die Kunst des Bridging hilft auch innezuhalten, still zu werden. Dann vielleicht stimmt der Wasserfall mit uns das Lied eines neuen Lebensabschnitts an, der Wind trägt uns ein längst geahntes Wissen zu und unsere Augen finden im Bergsee den Spiegel der Himmel und Erde verbindet. Gehen wird ein Zu-sich-kommen. Gehen ohne zurück und voraus zu schauen. Gehen als In-sich-Gehen und Über-Sich-hinaus-Gehen. Gehen als Grenzen anerkennen und überschreiten. Gehen als Mythos der Lebensreise. Solches Gehen weckt Schöpferkräfte Schritt für Schritt.
Übers Gehen von James Endredy:
„Wenn eine Gruppe beim Gehen eine einzige Linie bildet und diese beibehält, bildet diese sozusagen einen einzigen Körper, der sehr viel weitere Strecken zu gehen vermag, als seine einzelnen Teile es könnten. Die Energie der Einzelpersonen wird so verschmolzen und umgewandelt, dass die Gehenden zu einer Einheit werden und sich in einer anderen Welt bewegen, welche im Zustand normaler Aufmerksamkeit gar nicht wahrgenommen werden kann.“ (aus: Earthwalks für Körper und Seele. James Endredy, Lüchow Verlag, Stuttgart 2004.)
HERAUSFORDERUNGEN
Von Peter Reichetseder
Die Themen unserer Veranstaltung scheinen zunächst konträr und spannungsgeladen, wenn man den Zugang auf unserer Seelen-Ebene einerseits und von unserer Rollenwelt im Alltagsleben andererseits betrachtet. Treffen sich beide auf einem gemeinsamen Nenner? Oder geht nur das eine oder andere? Welche Kommunikationsmittel könnten eine Brücke bilden? Verbindet Sprache, oder trennt sie eher?
Wir leben auch in unserem beruflichen Alltag in einem ständigen Zwiespalt zwischen dem, was wir Selbst sind, und den Rollen, die wir spielen und die man von uns auch erwartet. Kann es Lust am intelligenten Rollenspiel sein, durch das wir uns ausdrücken und unsere Orientierung im Leben behalten? Es gibt auch die Frage nach einem gelebten Leben in Kontakt mit unserem tiefsten Selbst und den Kräften, die uns jeden Tag tragen und Orientierung und Vertrauen geben.
Es lohnt sich die Suche nach einer Verbindung beider Ansätze und dabei zu erfahren – gemäß TAOB (Carlo Zumstein’s „The Art of Bridging“), wie und wodurch es zu einer kraftvollen Ergänzung kommen kann.
Überdies bietet die Natur des Martelltals mit ihrer Wildheit und „Körperlichkeit“ eine zusätzliche Herausforderung, so dass durchaus Krisen – wie im normalen Leben – unseren Walkshop bereichern werden.
ZEITLICHE GESTALTUNG
Nach dem Ankommen am Samstag-Abend beginnen wir am Sonntag mit einer Einstiegswanderung. Dabei nehmen wir Abschied vom Leben „draußen“ und tauchen in die Unmittelbarkeit der ursprünglichen Bergwelt ein. Von Montag bis Donnerstag unternehmen wir ganztätige Bergwanderungen und steigen die linke und rechte Talseite hoch in die wild-romantische Berge. Die Anforderungen werden den Teilnehmenden angepasst. Das Erlebnis der Kräfte und Schönheit der Natur motiviert zu ausdrucksstarker Experimentierfreude und setzt kreative Potentiale frei.
Wo immer die Natur uns einlädt, vertiefen wir die Erfahrungen im spontanen szenischen Gestalten der durch die Naturkräfte wieder erweckten Potentiale in die Rollen des Berufs- und Alltagslebens. So formen sich im unmittelbaren Erfahren Anker für die Zeit danach aber auch ein erweitertes Verständnis der eigenen Persönlichkeit.
Täglich nach dem Abendessen sind alle zum gemeinsamen Feuer am Zufritt-See eingeladen, – Ausklingen des Tages, Einstimmung aufs Träumen.
LEITER-TEAM
Dr. Carlo Zumstein
Psychotherapeut, Gründer und Leiter der Foundation for Living Shamanism and Spirituality FLSS, Mitbegründer der LifeBriging Project GmbH, Buchautor
Er arbeitete über 30 Jahren als Psychotherapeut in eigener Praxis. Parallel dazu schaffte er sich einen Namen als spiritueller Forscher der menschlichen Traum- und Seelenkräfte. Er hat schamanisch-spirituellen Rituale für eine schöpferische Gestaltung unseres Alltagslebens entwickelt, insbesondere auch für Krisen und Veränderungssituationen. Forschungsexpeditionen führten ihn nach Sibirien, Nepal, Nord- und Südamerika. 2004 gründete er die Foundation of Living Shamanism and Spirituality und weitete seine Seminartätigkeit auf ganz Europa sowie teilweise Amerika aus. Heute begleitet er verschiedene Forschungs- und Supervisionskreise sowie zahlreiche Projekte in den Bereichen Bildung, Sozialwesen, Psychotherapie, Medizin und Wirtschaft.
Bücher: Reise hinter die Finsternis; Schamanismus; Der schamanische Weg des Träumens; Träume Deine Heilung (Audio CD)
Prof. Dr. Peter Reichetseder
Manager und Ver-Wandler
Ausbildung zum Erdölingenieur an der Montanuniversität Leoben. Seit 25 Jahren tätig in der Erdöl- und Ergdasindustrie. Professur und Lehrstuhl für Erdgasversorgung und Erdöl-/Erdgastechnik an der TU Clausthal. Nun wieder intensiv auf der Suche nach Erdgas für ein großes deutsches Erdgasunternehmen. Interesse an interkulturellen Themen bedingt durch viele Auslandsaufenthalte. Beschäftigung mit zunächst fremden schamanischen Traditionen, Intensivseminare bei Carlo Zumstein und der FSS sowie Naturaufenthalte mit Holger Kalweit. Weitwandern, Bergwandern und Gehen.


